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Wir geben weiter, was wir nie hinterfragt haben – warum unsere Kindheit unsere Elternschaft prägt

  • Autorenbild: hanna
    hanna
  • 10. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Warum die eigene Kindheit unsere Elternschaft stärker prägt, als wir glauben


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Viele Eltern stellen sich irgendwann dieselbe Frage.

Warum reagiere ich gerade so?


Ich wollte doch ruhig bleiben.

Ich wollte meinem Kind zuhören.

Ich wollte nicht laut werden.


Und trotzdem passiert es.

Nicht, weil wir schlechte Eltern sind.

Sondern weil wir häufig aus Mustern handeln, die deutlich älter sind als unser eigenes Kind.


Wir wurden geprägt.

Von unseren Eltern.

Von Schule.

Von gesellschaftlichen Erwartungen.


Von Erfahrungen, die unser Gehirn irgendwann als "normal" abgespeichert hat.

Erst wenn wir beginnen, diese Prägungen zu erkennen, entsteht die Möglichkeit, sie zu verändern.


Unsere Kinder zeigen uns nicht nur, wer sie sind. Oft zeigen sie uns auch, wer wir einmal waren.
Unsere Kinder zeigen uns nicht nur, wer sie sind. Oft zeigen sie uns auch, wer wir einmal waren.

Kinder lösen nicht unsere Probleme aus – sie machen sie sichtbar


Viele Konflikte mit Kindern wirken zunächst alltäglich.


Das Kind hört nicht.

Es trödelt.

Es schreit.

Es diskutiert.


Doch oft ist die eigentliche Reaktion gar keine Antwort auf das Verhalten des Kindes.

Sie ist eine Antwort auf unsere eigene Vergangenheit.


Vielleicht durfte man selbst keine Widerworte geben.

Vielleicht wurden Fehler bestraft.

Vielleicht gab es nur Anerkennung für Leistung.

Vielleicht musste man funktionieren.


Dann fühlen sich Situationen mit dem eigenen Kind plötzlich viel größer an, als sie objektiv sind.


Nicht das Kind aktiviert sie.

Sondern unsere Geschichte.



Die unsichtbaren Regeln unserer Kindheit


Jede Familie gibt Werte weiter.

Das ist normal.


Problematisch wird es dort, wo diese Regeln niemals hinterfragt werden.

Zum Beispiel:


  • Gefühle zeigen ist Schwäche.

  • Erwachsene haben immer Recht.

  • Sei nicht so empfindlich.

  • Reiß dich zusammen.

  • Stell dich nicht so an.

  • Hauptsache die anderen denken gut über uns.


Viele Erwachsene merken erst als Eltern, wie tief diese Sätze heute noch ihr Denken bestimmen.


Nicht bewusst.

Sondern automatisch.



Genau hier beginnt Selbstverantwortung


Selbstverantwortung bedeutet nicht, Schuld auf sich zu laden.

Sie bedeutet auch nicht, die eigene Kindheit schlechtzureden.

Sie bedeutet:

Ich erkenne an, dass meine Vergangenheit mich geprägt hat.Aber ich entscheide heute bewusst, was ich weitergeben möchte.

Das ist einer der schwierigsten Schritte überhaupt.


Denn Veränderung beginnt selten dort, wo andere sich ändern.

Sie beginnt dort, wo wir den Mut haben, uns selbst ehrlich anzuschauen.



Warum das für unsere Kinder so wichtig ist


Kinder brauchen keine perfekten Eltern.

Sie brauchen Erwachsene, die reflektieren können.


Ein Kind erlebt einen riesigen Unterschied zwischen:

"Du bist schuld."


und

"Ich merke gerade, dass ich überfordert bin."


Der zweite Satz übernimmt Verantwortung.

Und genau dadurch lernen Kinder später dasselbe.



Ein Buch, das diesen Prozess verständlich beschreibt


Wer sich intensiver mit den eigenen Prägungen beschäftigen möchte, findet im Buch Wie du dich in 5 Schritten vom Ballast deiner Kindheit befreist von Ramón Schlemmbach einen strukturierten Einstieg.


Das Buch beschäftigt sich damit,


  • wie Kindheitserfahrungen unser heutiges Denken beeinflussen,

  • warum bestimmte Reaktionsmuster immer wieder auftreten,

  • und wie sich diese schrittweise verändern lassen.


Ich sehe solche Bücher nicht als Patentlösung.


Jede Biografie ist anders, und tiefgreifende Belastungen können zusätzlich professionelle psychotherapeutische Unterstützung erfordern.


Als Anstoß zur Selbstreflexion kann ein solches Buch jedoch hilfreich sein – insbesondere dann, wenn man verstehen möchte, warum manche Situationen mit den eigenen Kindern so starke Gefühle auslösen.



Unser Fazit


Die größte Veränderung beginnt selten beim Kind.


Sie beginnt bei uns.


Nicht, weil wir schuld sind.

Sondern weil wir die ersten in unserer Familiengeschichte sein können, die den Kreislauf bewusst unterbrechen.


Unsere Kinder brauchen keine Eltern ohne Vergangenheit.

Sie brauchen Eltern, die bereit sind, ihre Vergangenheit anzuschauen.


Das ist vielleicht die wichtigste Form von Verantwortung, die wir übernehmen können.



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💬 Hat dich dieses Thema beschäftigt?


Gab es einen Moment, in dem du gemerkt hast:

"So wollte ich eigentlich gar nicht reagieren."


Oft steckt dahinter kein Mangel an Liebe.

Sondern eine Geschichte, die schon lange vor der Geburt unserer Kinder begonnen hat.



Wir können unseren Kindern nur das weitergeben, was wir selbst erkannt haben.

Deshalb beginnt Veränderung oft nicht beim Kind.


Sondern bei dem Erwachsenen, der bereit ist, sich selbst ehrlich zu begegnen.

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